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Welche „Digitale Technologien“ braucht die „Digitale Ökonomie“?!

Herbert Kindermann (Geschäftsführer Allgeier IT) im Interview

Der Begriff der „Digitalen Technologien“ steht nicht nur dafür, dass Technologien genutzt werden, um die bisherigen Business Modelle effizienter realisieren zu können. Wie selten zuvor, geht es bei der jetzigen Transformation auch darum, Business-Logiken vollkommen neu zu denken. Dafür braucht man aber auch andere Technologien als früher. Wenn Organisationen flexibel, fluide und kundenzentriert ausgerichtet werden, kann Technologie nicht zur starren Sackgasse werden.

Was aber sind genau die Veränderungstreiber? Welche Bedeutung haben Basistechnologien wie AI, IoT, VR & Co, welche Rolle spielen neue Marktanforderungen? Wie werden sich Software-Systeme neu ausrichten müssen? Inwieweit entsprechen heutige Software-Systeme im Bereich ERP, BPM und ECM bereits diesem Wandel und erkennen Unternehmen als Kunden die Notwendigkeit des Wandels?

Die Blogparade zu diesem Thema eröffnet Heribert Kindermann, Managing Director von Allgeier IT, der mit Metasonic die Welt des Business Process Managements für die Digitale Ökonomie revolutioniert hat.

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1. Software-Technologien und -Entwicklung im Digitalen Zeitalter

Über Jahrzehnte war der Software-Zoo relativ stabil. ERP, CRM, MES, BPM … alles hatte seinen Platz und die Monolithen hatten ihre klaren klassischen Funktionen. Nun scheint die neue Digitale Transformation nicht nur die Business-Logik zu wandeln, sondern auch die Anforderungen an Technologien fundamental neu zu definieren.

Was ist der Vorteil für Unternehmen, wenn sie ihre Software-Landschaft im Rahmen der Digitalen Transformation neugestalten? Welche Rolle spielen neben funktionalen Anforderungen qualitative Anforderungen wie Agilität oder
Nutzerzentrierung?

Es gibt keine Alternative zur Digitalisierung. Auch erst einmal nichts tun ist im neuen, beschleunigten Wettbewerb keine Alternative, sondern früher oder später das Ende eines Unternehmens. Wir müssen also die Komfortzone verlassen, in der wir bisher noch in aller Ruhe überlegen konnten, ob ein Wandel Vorteile bringt und wann wir den nächsten Schritt angehen.

Das Internet, künstliche Intelligenz, Apps für alles oder moderne Sensortechnik halten inzwischen Einzug in fast alle Lebensbereiche: Vom Auto bis zur Küche. Viele Unternehmen sind deshalb dabei, sich neu zu erfinden. Wir sind mittendrin in der Digitalen Transformation und unsere Kunden sind uns oft schon voraus. Ausgerüstet mit Smartphones und mit jederzeitigem Zugriff auf leistungsfähige Software, verfügt der Kunde über Information, die seine Entscheidungen, z. B. wann er was wo kauft, effektiv unterstützen, ja ihm die Entscheidung schon fast aus der Hand nehmen. Viele Anbieter und Hersteller von Produkten und Dienstleistungen sind mit ihrer Software heute noch in der Steinzeit – das könnte (wird) böse enden. Software und Software-Entwicklung müssen in agilen Zeiten neu gedacht werden. Ein Ansatz: Die Anwender / Anforderer quasi zu „Entwicklern“ machen, um den Weg zur Innovation zu verkürzen. Das spart sehr viel Zeit, Nerven und Ressourcen. Wie das gehen soll?

Um den Anwender agil zum Entwickler zu machen, nutzt man Werkzeuge zur Anforderungsdefinition, die gleich die Programmiersprache in sich tragen. Ist die Anforderung fertig, ist die Software fertig. Geht nicht? Gibt’s nicht! Neue Basistechnologien machen heute alles möglich und IoT gibt uns den Zugriff auf alles. Damit sind wir gerüstet – wir müssen beginnen diese Möglichkeiten zu nutzen.

2. Ambidextrie und der CDO als Lösung für das digitale Zeitalter?

In vielen Unternehmen stehen die etablierte Alt-IT und ihre Vertreter wie der CIO im Wettbewerb mit neuen Lösungen und neuen Akteuren wie dem CDO. Hat sich eine solche Ambidextrie der IT – also die Parallelität von alt und neu – bewährt oder muss am Ende auch die Alt-IT an die neuen Wirklichkeiten angepasst werden? Wer sind bei Ihren Kunden die offenen Köpfe, die sich aus den alten Mustern befreien? Wie kann vermieden werden, dass Widerstände die notwendige Innovation verhindern?

Stichwort Ambidextrie: Über ALT-IT und NEU-IT zu sprechen ist kontraproduktiv. Niemand will in der ALT-IT arbeiten. Besser ist der Umbau in Richtung einer zukunftsorientierten IT, da muss jeder durch, aber am Ende sind alle auf dem Weg, keiner wird zurückgelassen, alle sind motiviert. CIOs positionieren sich in diesem Zusammenhang gerne als die Guides, die wissen, wie man den Weg geht, wie man die Digitale Transformation erfolgreich umsetzt. Ein CDO sollte nicht parallel und unabhängig arbeiten, in machen Fällen ist das aber so.

In solchen Unternehmen schaltet sich dann auch gerne das Business ein - wenn zwei sich streiten freut sich der Dritte - und das Budget kommt immer mehr aus den Fachabteilungen.

Kaufentscheidungen für Software für die Digitale Transformation werden immer öfter im Business getroffen oder bei der IT „durchgedrückt“, besonders dann, wenn eine Lösung fachabteilungstauglich ist (Fachabteilung kann viel selbst machen), also wenn sie einfach zu verstehen, einfach anzuwenden ist und schnell ein erstes Ergebnis liefert mit dem man weiter iterieren kann.

Das ist SCRUM im Business, in der Fachabteilung, vorbei an der klassischen IT. Hierzu gibt es aber auch Gegenbewegungen. Der Digitalisierungsdruck steigt exponentiell. Das hat zur Folge, dass die Fachabteilung und IT in immer mehr Fällen Hand in Hand zusammenarbeiten. Man sucht von beiden Seiten innovative,
schnell umsetzbare Lösungen und stimmt sich kontinuierlich ab. Auch die Offenheit zum Experimentieren nimmt zu. Man will erleben, wie was geht und wirkt und dann entscheiden. Lange Analyse- und Konzeptionsphasen – wie sie früher typisch waren - kommen aus der Mode.

3. BPM im Digitalen Zeitalter

Können Sie anhand Ihrer eignen Domäne, dem Business Process Modelling, den Wandel der Technologien konkretisieren? Früher waren Unternehmen stolz auf Wände voller ARIS-Tapeten, d.h. komplexen und relativ starren Prozessketten, die von Spezialisten gepflegt wurden. Heute setzen einige Unternehmen verstärkt
auf agilere Konzepte wie S-BPM und Technologien, die auch eine Fachseite selbst nutzen kann. Sind solche Unternehmen noch Exoten oder schon der Mainstream?

Im Bereich BPM ist der Wandel schon voll im Lauf. Die Ausführung von Geschäftsprozessen steht mittlerweile stark im Fokus von BPM, aber auch die Art, wie wir Geschäftsprozesse verstehen und modellieren, hat sich fundamental gewandelt, seit wir vor vielen Jahren mit BPM begannen.

Man hat endlich erkannt, dass in einer digitalisierten Welt die Prozess-Modell-Tapete an der Wand nichts nützt - und verstehen können sie sowieso nur wenige Experten. Deshalb ist der Markt für Workflow-Systeme bereits ein Milliarden-Markt.

Hier sind viele mit dem sog. BPMN-Standard unterwegs (der aber fast von jedem Anbieter proprietär verändert wurde). Die Erfahrungen zeigen aber:

In einer Umgebung mit wachsender Komplexität und steigender Veränderungsgeschwindigkeit ist es viel zu langsam, einen monolithischen Workflow aus zentraler Steuerungssicht Top-Down zu beschreiben und umzusetzen. Ein solcher komplexer Prozess wird von der Fachabteilung nicht verstanden und die Umsetzung in einen ausführbaren Prozess oder eine Business App durch die BPM-Experten dauert viel zu lange.

Ausufernde Implementierungs- und Testzeiten ergeben sich z.B., da erst beim Test klar wird, wie der Workflow wirklich funktioniert und die Fachabteilung dann eine Vielzahl von Änderungen haben möchte, um den Workflow überhaupt nutzen zu können. Auch hier ändert sich die Welt!

Mit neuen agilen Prozess-Modellierungsansätzen wie S-BPM werden die Fachabteilungen quasi zu „Programmierern“ und die komplexen Abläufe im Business werden intelligent in überschaubare Teile so zerlegt, dass sie das Verhalten einzelner am Geschäftsprozess Beteiligter darstellen. Dann kommen noch innovative und intuitive User Interfaces zum Einsatz wie Modellierungstische, wo mit anfassbaren Bausteinen fast spielerisch modelliert (= programmiert) wird. Dieses Vorgehen und das Ergebnis bei unseren Kunden zu erleben, ist wirklich phänomenal.

Mit modernen generativen BPM-Lösungen und optimaler User Experience werden heute komplexe Geschäftsprozess in extrem kurzer Zeit in Workflows und Business Apps umgesetzt. Keine Change Requests beim Go Live und Veränderungen aufgrund neuer Anforderungen sind ein Kinderspiel. Das wirkt und dieser Zug ist auch bereits gestartet und er nimmt Geschwindigkeit auf.

4. Zielarchitektur für den neuen Software-Zoo?

Neben den BPM-Lösungen steht Allgeier IT auch für Kompetenz im Bereich ERP und vor allem ECM. Zeichnet sich hier schon ein neues Zusammenwirken in der Software-Landschaft ab? Wie wirken z.B. Ihre BPM- & ECM-Lösungen zusammen? Was sind typische neue Anwendungsszenarien, wo BPM und ECM kollaborieren?

Was die Content- und Prozess-Welt angeht: In Zukunft werden beide noch stärker zusammenwachsen. Heutige Prozesse befördern und verarbeiten immer mehr Content. Zudem bestimmt Content immer mehr den Verlauf von Prozessen. Content muss in Zukunftsszenarien sehr agil erstellt, freigegeben und sehr
flexibel zur Verfügung gestellt werden.

Wir als Allgeier IT arbeiten daher an der Integration unseres eigenen ECM-Systems mit dem BPM-System. Erste große Kunden setzen die integrierten Lösungen schon ein. Wir sind aber natürlich ein offenes System, viele Kunden haben bereits ein eigenes ECM-System, aber die Prozesse und Workflows sind ihre große Herausforderung. Wir integrieren was da ist, oft auch SharePoint. Wir setzen aber auch immer häufiger da an, wo Dokumente entstehen und steuern bereits die Kollaboration bei der Dokumentenerstellung. Das ist auch ein Trend der sich mit der Digitalisierung verstärkt.

Was ERP und BPM angeht: Bei vielen ERP-Systemen wie z.B. SAP steht aktuell ein fundamentaler Technologiewechsel an. Memory Datenbanken (HANA) kombiniert mit Cloud-Lösungen (S/4HANA) und sehr intelligenten Analytics-Möglichkeiten (Leonardo), verändern alles!

Da bleibt kein Ablauf, kein Prozess wie er war. Das hört sich einerseits nach immensen Customizing-Aufwänden an. Anderseits bieten ERP-Anbieter in der Cloud immer mehr Best-Practice-Prozesse an, die kaum mehr verändert werden können und sollen, denn die Release-Zyklen der Hersteller werden immer schneller und kürzer. Wer nicht im Standard bleibt, hat da schon verloren. Was ist die Alternative?

Die Welt der Unternehmen ist nicht Standard! Sinnvoll ist daher eine sehr gute, mit SAP integrierte Kombination aus extrem agilem Prozessmanagement (wie Metasonic) und Standard-SAP-Prozessen und -Plattformen. Durch den Einsatz wirklich fachabteilungstauglicher Interfaces wie Metasonic® Touch – unserer schon Jahre lang bewährten Modellierung von Geschäftsprozessen mit Bausteinen - kann unter direkter Mitwirkung der Fachabteilung der SAP-Standard erweitert werden ohne aufwändiges Customizing im
SAP System.

5. Deutschland im „Digitalen Aufbruch“, aber wie?

Köpfe wie Thomas Sattelberger und Tobias Kollmann beklagen die noch unzureichenden Bemühungen in Richtung Digitalisierung. Was könnte man Ihrer Meinung nach jenseits von Blogparaden tun, um hier eine breite Transformation zu erreichen?

Unser Wunsch ist eine Digitalisierung für alle, nicht nur für Experten. Digitalisierung sollte Spaß machen, spielerisch gehen, dann sind vielmehr dabei, dann wird nicht mehr abgewartet. Die Realität ist oft eine andere: Digitalisierung als unvermeidbare Pflichtübung!

Was tun? Unternehmen sollten also nicht isolierte Labs fern vom Kerngeschäft hochjubeln, sondern Digitalisierungs-Ausprobier-Zentren für alle schaffen. Eine Digitalisierung zum Anfassen und Ausprobieren vermeidet auch die Falle des „nur“ Redens und Diskutierens. Machen, ausprobieren, experimentieren, erfahren, das muss in den Fokus rücken.

Schnelle und gute Entscheidungen sind dann verbunden mit eigenen Erfahrungen. Ansonsten werden im Worst Case Experten gefragt, die wiederum Experten befragen, die dann auch zumeist wenig Ahnung haben von den Erfahrungshintergründen und Herausforderungen eines Anwenders, was schließlich zu Entscheidungen
führt, die nicht funktionieren. Nicht nur der alte Wasserfall ist definitiv vorbei. Wir können es uns im digitalen Zeitalter nicht leisten, Zeit und Geld ohne wirkliche Wirkung zu verpulvern oder irgendwann – das heißt zu spät - zu einer richtigen Entscheidung zu kommen. Auch agil kann man viel Mist machen!

Nachsatz Blogparade #NextDigital:

Wer möchte sich mit dem Hashtag #NextDigital an unserer Blogparade beteiligen? Eigenen Beitrag schreiben, Beitrag mit dem Hashtag bei Twitter posten, mehr muss man nicht tun. Die Competence Site realisiert im Dezember dazu einen Competence Report!